Kunst und Kultur

 

 

Das Feature, vom 24.07.2020, 20:05 Uhr im Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur
Erinnerungen an Sergei Paradschanow - Der Legendenseher


In seinen Filmen erweckt er armenische, georgische, ukrainische und aserbaidschanische Legenden zu neuem Leben. Dafür hat ihn die sowjetische Kulturbürokratie drangsaliert. Cineasten aus aller Welt verehren Sergei Paradschanow bis heute, 30 Jahre nach seinem Tod.

Paradschanow (1924-1990) wuchs als Sohn eines armenischen Antiquitätenhändlers in Tiflis auf. Die georgische Hauptstadt war zu seinen Lebzeiten das multikulturelle Zentrum Transkaukasiens.

Paradschanow interessierte sich leidenschaftlich für die Geschichten der verschiedenen Völker dieser Region. Aber viele seiner Herzensprojekte hat er nicht realisieren können. Trotz internationaler Proteste belegten die Sowjets den eigenwilligen Künstler 15 Jahre lang mit Gefängnisstrafen und Berufsverboten.

Als Paradschanow im Zuge der Perestroika endlich wieder arbeiten durfte, wurde er unsanft mit den aufkommenden Nationalismen in der Region konfrontiert.

Der Legendenseher
Erinnerungen an Sergei Paradschanow
Von Daniel Guthmann

Regie: der Autor
Redaktion: Ulrike Bajohr
Produktion: Deutschlandfunk 2020

Der Legendenseher

 

 

 

Hayko Bağdat: "Freund der Islamisten"
Der armenische Journalist Hayko Bağdat über seine Erfahrungen mit Erdoğan
Protokoll: Jaklin Chatschadorian
22. Juli 2020, 16:51 Uhr Editiert am 24. Juli 2020, 14:19 Uhr DIE ZEIT Nr. 31/2020, 23. Juli 2020

Ich bin kein strenggläubiger Mensch, aber geboren und getauft wurde ich als Sohn einer griechisch-orthodoxen Mutter und eines armenisch-orthodoxen Vaters 1976 in Istanbul. Die Hagia Sophia betrachte ich deshalb auch als Teil meines eigenen Erbes. Natürlich war ich schon sehr oft dort. Dazu muss man wissen: In der Türkei gehören sowohl Armenier als auch Griechen zur Orthodoxie, doch ihre Kirchen sind selbstständig, und die Hagia Sophia ist Heiligtum der Griechen, nicht der Armenier.

Dass sie nun Moschee werden soll, überrascht mich nicht. Seit Gründung der türkischen Republik war das Gotteshaus ein Politikum, für Islamisten wie für Laizisten. Und seit mindestens zehn Jahren träumen die Nationalislamisten davon, das Museum in eine Moschee zu verwandeln, um so mit Atatürk und dem Kemalismus zu brechen.

Dass es Erdoğan sein würde, der diesen Bruch vollzieht, hätte ich 2002, als er die Parlamentswahl gewann, nicht gedacht. In den ersten Jahren erschien er religionspolitisch gemäßigt, zumal er da die christlichen Minderheiten in der Türkei, auch die Armenier, schützte: So stoppte er die Enteignung von Kirchen und christlichen Stiftungen. Und 2004, nach einem schweren islamistischen Anschlag in Spanien, vereinbarte er mit dem Premier Zapatero die Gründung einer Allianz der Zivilisationen, um die Entfremdung zwischen Orient und Okzident aufzuhalten. Damals dachte ich: Erdoğan gibt dem gemäßigten Islam ein Gesicht. Er will den Islamismus zurückdrängen, respektiert die Christen, fördert den interreligiösen Dialog. Es kam anders.

Rückblickend würde ich sagen, es begann mit den nationalistisch-islamistischen Morden an Andersgläubigen in der Türkei: 2006 traf es den katholischen Priester Andrea Santoro; 2007 Hrant Dink, den Herausgeber der armenischen Wochenzeitung Agos; ebenfalls 2007 drei Mitarbeiter des evangelischen Bibel-Verlages Zirve in Malatya. Der Präsident unterließ es nicht nur, dafür zu sorgen, dass den Opfern Gerechtigkeit widerfuhr. Im Prozess um Hrant Dink verhinderte er auch, davon bin ich überzeugt, dass an der Tat beteiligte Akteure aus Verwaltung und Justiz belangt wurden.

Zeit Online vom 22.07.2020 

 

 

 

21. Juli 2020 Benjamin Hertlein
Armenien beim Junior Eurovision Song Contest: „Colours Of Your Dream“ von Karina Ignatyan ist Euer liebster Beitrag

 

Karina Ignatyan

 

Euer liebster armenischer Beitrag der JESC-Geschichte stammt aus dem Jahr 2019. Damals sang Karina Ignatyan (Aufmacherfoto) „Colours Of Your Dream“ und landete mit 115 Punkten auf Platz 9. Jetzt wird die Sängerin Armenien im Halbfinale unseres Lesergames „Best of Junior Eurovision Song Contest“ vertreten.

 

Junior Eurovision

 

ESC Kompakt

 

 

 

 

 

Bei Arte ist der Film:  One, Two, Three in der Mediathek noch in der Zeit vom 06/07/2020 bis 03/10/2020 verfügbar!
Maryam, Hovsep, Aida, Anahit und Mikhail aus Armenien sind nicht mehr die Jüngsten, sie sind nicht reich, und sie sind allein. Als sie in einer traditionellen Tanzgruppe zusammenfinden, fangen sie wieder an, sich fürs Leben, Lieben und Träumen zu interessieren. Eine inspirierende Geschichte, die beweist, dass Zuversicht und Optimismus unabhängig vom Alter möglich sind.
Sie waren Handwerker, Arbeiterin, Ärztin oder Lehrer. Inzwischen sind sie zwischen 60 und 80 Jahre alt, sie leben allein – und was Hovsep, Maryam, Mikhail, Anahit und Aida sonst noch eint, ist der Wille, nicht aufzugeben. Aida, die Musikerin, sagt "wir müssen immer weiterkämpfen, gegen Krankheit und Tod, gegen das Vergessen und das Schwinden der Erinnerungen – und deshalb singen und tanzen wir gemeinsam, denn das gibt uns Freude!" Die älteren Herrschaften aus Eriwan haben unter der Regie der resoluten Tanzlehrerin Jasmina in einer Amateurtanzgruppe zueinandergefunden. Jasmina ist bei weitem die Jüngste der Truppe und kommandiert doch alle streng herum. Aber derart gut trainiert können sie mit ihren Tanzauftritten beweisen, dass sie noch immer von Liebe träumen und Hoffnungen für die Zukunft haben – und verzaubern so ihr Publikum.
Der Filmemacher Arman Yeritsyan hat seine Protagonisten über viele Monate hinweg begleitet, ihren Erzählungen von früher gelauscht und ihr Leben und ihre Entwicklungen von heute beobachtet. Die Offenheit der Protagonisten, ihre Ernsthaftigkeit und Verletzlichkeit wie auch ihr Humor und ihre Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, ist unglaublich anrührend, ohne je sentimental zu sein. "One, Two, Three" erzählt eine inspirierende Geschichte, die beweist, dass Zuversicht und Optimismus unabhängig von Alter und Lebensumständen möglich sind.

One, Two, Three

 

 

 
Umkämpfte Erinnerungslandschaften. Die Anfechtung armenischer, türkischer und kurdischer Erinnerungspolitik
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO)
Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)
In seinem aktuellen Buch „Embattled Dreamlands. The Politics of Contesting Armenian, Turkish and Kurdish Memory” (Routledge 2020) setzt sich David Leupold mit konkurrierenden Erinnerungskulturen und Geschichtsnarrativen im Spannungsdreieck Osttürkei / Westarmenien / Nordkurdistan auseinander.

 

In der Region um den Vansee im Südosten der Türkei fallen kollektive Gewalterfahrungen der Vergangenheit – der Völkermord an den Armeniern im Jahre 1915 – und der Gegenwart – der bis heute andauernde Kurdenkonflikt – räumlich zusammen. David Leupold beleuchtet in seiner Arbeit die vielschichtige Erinnerungslandschaft dieser Schwellenzone des post-osmanischen und postsowjetischen Raumes. Hierbei untersucht er nicht nur die komplexe Wechselbeziehung zwischen konkurrierenden Nationalnarrativen armenischer, kurdischer und türkischer Erinnerungsregime sondern auch, ausgehend von seinen intensiven Feldforschungen in der Türkei und in Armenien, die Narrative einer Vielzahl nicht-staatlicher Erinnerungskollektive, welche die Vanseeregion als Erinnerungsfeld in der heutigen Türkei und dem heutigen Armenien konstituieren. Auf nationaler Ebene erschließt das Werk institutionelle Erinnerungspolitik als eine Matrix vier umkämpfter Interaktionsfelder: die selektive Narration (narrating), strategische Unterdrückung (silencing), räumliche Verortung (mapping) und performative Verinnerlichung von Geschichtsnarrativen (performing). Im Gegensatz hierzu wird der lokale Erinnerungsraum der Vanseeregion als „mnemonic frontier“ konzeptualisiert – also als einen Raum multikollektiver Erinnerungspraktiken, welcher der staatlich sanktionierten Geschichtspolitik unter Ausbildung von Gegennarrativen auf verschiedenen Ebenen begegnet: das kosmopolitische Narrativ der Bajarî-Kurden in Bitlis, das Widerstandsnarrativ von Behdinanî-Kurden aus Hakkari sowie grenzübergreifende Narrative von kurdophonen Jesiden und Armeniern in Armenien.

Pressemitteilung GWZ vom 26.06.2020

 

 

 

 
Songs – Mikail Aslan | Dersim

In 2010, Mikail Aslan released an album entitled Petag. Armenian Songs from Dersim. In the album, the artist expounded on the origins of his musical and creative interests. First and foremost, he spoke of the many traces of the once-thriving Armenian community that could still be found in and around Dersim – ruins of churches, tombstones, and villages whose names were of Armenian origin. All of this was part of Mikail Aslan’s daily life from a young age and influenced the environment in which he grew up.

Aslan’s dream was to give voice to these relics of Armenian life in Dersim. As a musician, the best way he could achieve this was by seeking out the songs that Dersim’s Armenians sang and breathing new life and splendor into them.

This was the path that Aslan chose, and his journey spanned about four years. During this time, in 2005, he had the fortune to cross paths with one of his close friends, Hovsep Hayreni, in Brussels. Hovsep showed him the book Chmshgadzak yev ir Kughere [Chmshgadzak and its Villages] (Boston, 1969), compiled by Hampartsoum Kasbarian, and containing numerous songs, many accompanied with musical notations. The author of these musical notations was Avedis K. Mesouments, from Arapgir, who was presumably also a scholar of the songs of Dersim Armenians.

www.houshamadyan.org

 

 

 

 

ORCHESTER LUYS & BRINGS- Wat söke uns Dräum?
 ORCHESTER LUYS BRINGSORCHESTER LUYS & BRINGS

 

Herzlichen Dank an:
Die Chöre
„Krunk“ vom Silva Kaputikian e.V.
„BelCanto“ der Liedertafel Freudenberg
„Bunt jetönt“ aus Köln-Rondorf
„Lehrerchor“ der Bertha-von-Suttner Realschule Köln-Vogelsang
Kulturamt der Stadt Köln
EbianDesign

 

Text / Lyrics: Rolly Brings
Musik / Music / Komposition: Benjamin Brings / Peter Brings / Rolly Brings / Stephan Brings / Luys Orchester / Dirigent Artak Voskanyan Bearbeitung / Arrangement: Peter Brings / Stephan Brings / Rolly Brings / Artak Voskanyan

Querflöte Solist / Narek Voskanyan
Regie / Artak Zilfimian
Kamera / Mushegh Navoyan
Drohne / Emin Bolbolian
Sound / Jan Tellenbach
Sound / Jens Griesinger
Orchester Koordination / Hagop Gasparyan

© COPYRIGHT LUYS ORCHESTER 2020

 

 

Rolly Brings
Liebe Leute, anlässlich der Veröffentlichung des Videoclips "Wat söke uns Dräum?" von LUYS & BRINGS auf Youtube, stelle ich 19 Textversionen ins Netz:


01 - Hochdeutsch
02 - Arabisch
03 - Armenisch
04 - Englisch
05 - Finnisch
06 - Französisch
07 - Hebräisch
08 - Italienisch
09 - Japanisch
10 - Kölsch
11 - Kurdisch
12 - Lateinisch
13 - Polnisch
14 - Portugiesisch
15 - Romanes / Romani
16 - Rumänisch
17 - Russisch
18 - Türkisch
19 - Ungarisch

(20 - NOCHMAL "Kölsch") 😅


Allen Übersetzer*innen gilt mein herzlicher Dank!

Rolly Brings

Fotos: (Scans der 19 verschiedenen Textversionen)

 

Hochdeutsch

Arabisch

 

 

Arabisch

Arabisch

 

 

Armenisch

Arabisch

 

 

Englisch

Arabisch

 

 

Finnisch

Arabisch

 

 

Französisch

Arabisch

 

 

Hebräisch

Arabisch

 

 

Italienisch

Arabisch

 

 

Japanisch

Arabisch

 

 

Kölsch

Arabisch

 

 

Kurdisch

Arabisch

 

 

Lateinisch

Arabisch

 

 

Polnisch

Arabisch

 

 

Portugiesisch

Arabisch

 

 

Roman

Arabisch

 

 

Rumänisch

Arabisch

 

 

Russisch

Arabisch

 

 

Türkisch

Arabisch

 

 

Ungarisch

Arabisch

 

 

Kölsch

Arabisch

 

 
 

Wat söke uns Dräum?

 

 

Brings und Luys Band, Orchester und Chöre nutzen die Rennbahn als Film- und Tonstudio

 

24 armneier brings1(Mitte v.l.) Dirigent Artak Voskanyan, Kai Engel, Harry Alfter, Peter und Rolly Brings, Ailin Berdud Merino, Stephan Brings und Christian Blüm.

Vor dem Dirigenten steht der 14-jährige Querflötensolist Narek Voskanyan.

 

Im Kölner Wochenspiegel - Weidenpesch vom 11.06.2020 ist folgender Beitrag erschienen:

(sr). Vor der historischen Tribüne der Kölner Pferderennbahn stehen kleine Transporter, ein paar Techniker wuseln mit Kabeln und Mikrofonen über die Stufen der Tribüne. Alle versuchen, sich an die Abstandsregeln zu halten, viele tragen Mundschutz. Hier werden gleich vier Chöre, 22 Profimusiker des deutsch-armenischen Orchesters „Luys“ (dt. Licht) und die Band Brings ein Live-Konzert aufnehmen.

Brings sind die ersten, die kommen. Nach und nach trudeln die Streicher ein, dann die Chöre. „Die Musiker, die hier im Orchester spielen, sind durchweg hervorragend“, verrät Ailin Berdud-Merino. Sie ist die Organisatorin.

„Was söke uns Dräum“ heißt der Song, den Rolly Brings vor einigen Jahren geschrieben hatte. Das Lied handelt von Menschen, die ihre Heimat verloren haben: „Was suchen unsere Träume, wenn sie fahren auf Schiffen, die auseinanderfallen, eingezwängt unter Deck, mit müden Gesichtern und zerrissenen Herzen? Was suchen unsere Träume, die nicht vergessen können, die Sonne hinter dem Heck, und den Stern über der Mastspitze auf der Odyssee zum fremden Nirgendwo?“ „Das Lied ist bereits über 20 Sprachen übersetzt worden“, erzählt Rolly Brings. Eine der Sprachen ist das Armenische.

Als Rolly Brings am 24. April, dem Genozid-Gedenktag der Armenier, Ailin Berdud Merino kennenlernte, gab er ihr die Übersetzung. „Ich war sprachlos“, sagt die 1. Vorsitzende des Vereins „Silva Kaputikian e.V.“, dem das deutsch-armenische Orchester Luys angehört, „und zeigte es unserem Dirigenten Artak Voskanyan.“
Edo Can Schneider gehört zu dem Chor aus Freudenberg, der extra angereist war.

Es dauerte nicht lange, und Rolly Brings sowie Artak Voskanyan saßen zusammen mit Stephan Brings in der Küche von Rolly Brings. Sie sangen, probierten Variationen aus, und am Ende stand fest, das wird ein großes Projekt. Eine Mischung aus Kölschrock und armenischer Klassik. Stephan Brings lernte für die Aufnahme sogar ein paar Worte armenisch: Yerazner p’ntrek’ (Träume suchen), Gtnel yerazner (Träume finden), Tesnel yerazner (Träume sehen), Yergel yerazner (Träume singen).

Und unter den Chorsängern befand sich mit dem Siebtklässler Edo Can Schneider noch ein ganz besonderes Talent. Der junge Mann mit der glockenklaren Stimme hat türkische Wurzeln und kein Problem damit, in einem Armenischen Chor mitzusingen. So geht Völkerverständigung.
Das Ergebnis in Sound und Video findet sich unter www.luys-orchester.com

 

luys background image3 b Deutsch-Armenisches Orchester
»LUYS« bedeutet »Licht« auf armenisch.

 

Brings und Luys

 

 

Stalin und die Sowjetunion brachten armenischen Brandy in die Massen - und damit ein kompliziertes Erbe, das seitdem schwer zu erschüttern ist.
 

Armenian Cognac tease

Der armenische Cognac könnte das beste Geheimnis der Alkoholwelt sein

 

 

Benjamin Kemper
Updated Jun. 14, 2020 1:00PM ET / Published Jun. 13, 2020 5:09AM ET in der thedailybaest
Wenn Sie vom internationalen Flughafen Zvartnots mit dem Bus Nr. 201 nach Eriwan fahren, ist das erste Anzeichen dafür, dass Sie sich der Stadt nähern, eine Zitadelle auf einem Hügel am Horizont mit hoch aufragenden Bögen, umlaufenden Steinmauern und gepflegten Rasenflächen, die sanft abfallen die Ufer des Flusses Hrazdan - das armenische Parlamentsgebäude, könnte man meinen, oder die Residenz des Premierministers. Aber dieses großartige, ikonische Gebäude, das Besucher aus nah und fern begrüßt, ist in der Tat eine Brandyfabrik.
 

Armenian Brandy

 

 

 

 

Armenisch/Alphabet

 

 

 

Armenisch/ Alphabet aus wikibooks.org   „Wikibooks – Die freie Bibliothek“ für Lehr-, Fach- und Sachbücher wurde 2003 als Lehrbuchabteilung der Wikipedia eingerichtet. 

 

 

Buchstaben

Die korrekte Darstellung der Tabellen auf dieser Seite erfordert einen Unicode-Font, der das armenische Alphabet abdeckt.

1 GroßbuchstabeKleinbuchstabeTransliteration (REArm)OstarmenischWestarmenisch 2
Transkription Aussprachehinweise (Internationales Phonetisches Alphabet) Transkription Aussprachehinweise (Internationales Phonetisches Alphabet)
Die Buchstaben bei Einführung (zuzüglich Kleinbuchstaben)
1 Ա ա a a wie deutsch ([a])    
2 Բ բ b b wie deutsch ([b]) p wie hochdeutsch p ([pʰ])
3 Գ գ g g wie deutsch ([g]) k wie hochdeutsch k ([kʰ]])
4 Դ դ d d wie deutsch ([d]) t wie hochdeutsch t ([tʰ]])
5 Ե ե e (j)e 3 ([jɛ], [ɛ])    
6 Զ զ z s wie in Sonne ([z])    
7 Է է ē e wie in Recht ([ɛ]), nicht wie in Reh ([e])    
8 Ը ը ě e Schwa, Murmellaut wie in laufen ([ə])    
9 Թ թ t‘ t4 wie hochdeutsch ([tʰ])    
10 Ժ ժ ž sch wie in Garage ([ʒ])    
11 Ի ի i i wie deutsch ([i])    
12 Լ լ l l wie deutsch ([l])    
13 Խ խ x ch wie in Tuch ([x])    
14 Ծ ծ c z ohne Aspiration ([t͡s]) ds wie ds ([d͡z])
15 Կ կ k k wie fränkisch, d.h. nicht aspiriert ([k]) g wie deutsch ([g]])
16 Հ հ h h wie deutsch ([h])    
17 Ձ ձ j ds [d͡z]) z wie hochdeutsch ([t͡sʰ])
18 Ղ ղ ł gh wie französisch r ([ʀ])    
19 Ճ ճ č tsch ohne Aspiration ([t͡ʃ]) dsch wie in Jeans ([d͡ʒ])
20 Մ մ m m wie deutsch ([m])    
21 Յ յ y j 5 wie deutsch ([j])    
22 Ն ն n n wie deutsch Krahn ([n]), krank ([ŋ])    
23 Շ շ š sch wie deutsch ([ʃ])    
24 Ո ո o (w)o6 ([vɤ], [ɤ])6, dem deutschen [o] sehr ähnlich    
25 Չ չ č‘ tsch wie deutsch ([t͡ʃʰ])    
26 Պ պ p p wie fränkisch, d.h. nicht aspiriert ([p]) b wie deutsch ([b])
27 Ջ ջ ǰ dsch wie in Jeans ([d͡ʒ]) tsch wie deutsch ([t͡ʃʰ])
28 Ռ ռ r gerollt ([r])    
29 Ս ս s s (ss) 7 wie in Spaß/Ass ([s])    
30 Վ վ v w wie englisch v 8 ([v]])    
31 Տ տ t t nicht aspiriert ([t]) d wie deutsch ([d])
32 Ր ր r r ungefähr wie englisch r ([ɹ])    
33 Ց ց c‘ z wie deutsch z ([t͡sʰ]) ds wie deutsch ds ([d͡z])
34 Ւ ւ w w (/u) [v] (/[ɯ])    
35 Փ փ p‘ p wie hochdeutsch p ([pʰ])    
36 Ք ք k‘ k wie hochdeutsch k ([kʰ])    
Im 13. Jahrhundert hinzugefügte Buchstaben
37 (38) Օ օ9 ō o [ɤ]9, dem deutschen [o] sehr ähnlich    
38 (39) Ֆ ֆ f f wie deutsch ([f])    
Durch die sowjetische Rechtschreibreform 1922-1924 hinzugefügt
34 Ու10 ու10 ow/u u [ɯ], dem deutschen [u] sehr ähnlich10    
37   և e͡w (j)ew 3 ([jɛv], [ɛv])    

 

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Geschichte & Wiedergabe

Armenisch/Alphabet

 

Armenisch/Alphabet aus wikibooks.org   „Wikibooks – Die freie Bibliothek“ für Lehr-, Fach- und Sachbücher wurde 2003 als Lehrbuchabteilung der Wikipedia eingerichtet.

 

Geschichte

Die armenische Schrift wurde nach der traditionellen Überlieferung 406 vom Heiligen Mesrop geschaffen. Die Reihenfolge der Buchstaben lässt griechischen Einfluss vermuten, die Form der Buchstaben lässt aber auf semitische Vorbilder schließen. Die Buchstaben o (օ), f (ֆ) und u (ու) – ursprünglich ein Diphthong – sind erst im 13. Jahrhundert entstanden. 1922 - 1924 wurden in der damaligen Armenischen SSR zwei Rechtschreibreformen durchgeführt, die im heute unabhängigen Armenien nach wie vor gültig sind. Die Aussprache blieb unberührt, nur die Schreibweise wurde vereinfacht. Aus dem Alphabet strich man den 34. Buchstaben (ւ), an dessen Stelle nun das U (ու) als ein Buchstabe rückte. Weil das Wjun nun nicht mehr als selbstständiger Buchstabe existierte, wurde außerdem die sehr gebräuchliche Ligatur Jew (և), bestehend aus kleinem Jetsch' (ե) und Wjun (ւ) dem Alphabet als 37., nunmehr eigenständiger Buchstabe hinzugefügt.

 

Wiedergabe

Das hier eingesetzten Wiedergabesysteme basieren auf der lateinischen Schrift. Bei der Transliteration entspricht jedem armenischen Buchstaben genau ein lateinischer Buchstabe.

Bei der Transkription benutzt man oft mehrere lateinische Buchstaben (z.B. sch für շ) für einen armenischen, wobei auch Auspracheunterschiede berücksichtigt werden, z.B. Mesrop (ostarmenisch) oder Mesrob (westarmenisch).

Da die internationalen Nachrichtendienste in der Regel die englische Transkription verwenden, taucht diese immer öfter auch im Deutschen auf, z.B. Kocharian statt Kotscharjan (der armenische Präsident) oder Shirak statt Schirak (eine armenische Provinz). Normalerweise erkennt man aber recht schnell, wie es gemeint ist.

 

 

 

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Erklärung & Namen der Buchstaben

1 Gemeint ist nicht der Zahlwert (siehe unten) sondern der Platz im Alphabet

2 Nur angeführt, falls abweichend.

3 Im Anlaut je [jɛ], sonst e [ɛ]. Der Sinn dieser Regelung ist, dass das j bei zusammengesetzten Wörtern ausfällt, z.B. եղբայր (ełbayr, [jɛʀ'pʰajɹ] (Bruder)), aber մորեղբայր (morełbayr, [mɤɹɛʀ'pʰajɹ] (Bruder der Mutter)).

4 Alternativ auch th, dies ist aber weniger üblich als früher. Die Norm ist es nur bei (ursprünglichen) Fremdwörtern, z.B. կաթոլիկոս (Katholikos, kat‘olikos, [kʰatʰɤli'kʰɤs]) oder Արթուր (Arthur, Art'owr, [aɹ'tʰɯɹ]).

5 Alternativ auch 1. i (nach dem Vorbild der englischen Transkription, z.B. Petrosian statt Petrosjan, diese Schreibweise ist aber in Bezug auf die Aussprache irreführend); 2. y (in seltenen Fällen ebenfalls irreführend, z.B. dürften viele deutsche Muttersprachler hyut (հյութ, hyowt‘, [həjɯtʰ], Saft) intuitiv als [hyutʰ] lesen – wie bei Hyäne –, hjut ist dagegen eindeutig); 3. h (z.B. bei Hakob (Յակոբ, Yakob, [ha'kɤpʰ]), die klassische armenische Schreibweise von Jakob).

6 Im Anlaut „wo“ ([vɤ]; einzige Ausnahmen: ո՞վ und ովքե՞ր), sonst „o“ ([ɤ]). Der Sinn dieser Regelung ist, dass das [v] bei zusammengesetzten Wörtern ausfällt, z.B. որդի (ordi, [vɤɹ'tʰi] (Sohn)), aber քեռորդի (k‘eṙordi, [kʰerɤɹ'tʰi] (Sohn des Onkels mütterlicherseits)). Der Ausspracheunterschied zwischen dem armenischen [ɤ] und dem deutschen [o] ist nur sehr fein: anders als im Deutschen werden die Lippen nicht gespitzt.

7 Zwischen zwei Vokalen ss, sonst s.

8 Die Aussprache des Buchstabens w im Deutschen ist in vielen Gegenden leicht anders ([ʋ]).

9 Vor allem (in der reformierten Schreibweise nur) am Wortanfang und in zusammengesetzten Wörtern, z.B. այսօր (aysōr, [aj'sɤɹ], heute, wortwörtlich dieser Tag), zusammengesetzt aus այս (ays, [ajs], dieser/diese/dieses) und օր (ōr, [ɤɹ], Tag).

10Nunmehr als ein Buchstabe. Der Ausspracheunterschied zwischen dem armenischen [ɯ] und deutschen [u] ist nur sehr fein: anders als im Deutschen werden die Lippen nicht gespitzt.

 

 

Namen der Buchstaben

 

Es gibt traditionelle Namen der Buchstaben. Es wurde jedoch den Schülern in der Armenischen SSR nicht verlangt, sie zu beherrschen, und sind deshalb vielen Armeniern unbekannt. Stattdessen buchstabieren Armenier meist einfach z.B. ա (gesprochen [a]), տ (gesprochen [tə]) oder թ (gesprochen [tʰə]). Angegeben ist zuerst die traditionelle Schreibweise und dann die reformierte, die allerdings aus dem oben genannten Grund eher theoretischer Natur ist.

  • այբ, բէն, գիմ, դա, եչ, զա, է, ըթ, թո, ժէ, ինի, լիւն, խէ, ծա, կէն, հո, ձա, ղատ, ճէ, մէն, յի 1, նու, շա, ո, չա, պէ, ջէ, ռա, սէ, վէվ, տիւն, րէ, ցո, վիւն 2, փիւր, քէ; օ, ֆէ

1 Ausgesprochen [hi].

2 Die alternative Schreibweise ist ւիւն (wiwn), sie ist jedoch insofern irreführend, als dass ւ generell nicht im Anlaut vorkommt und die genannte Schreibweise damit eigentlich gegen eine Rechtschreibregel verstößt.

  • այբ, բեն, գիմ, դա, եչ, զա, է, ըթ, թո, ժե, ինի, լյուն, խե, ծա, կեն, հո, ձա, ղատ, ճե, մեն, հի, նու, շա, ո, չա, պե, ջե, ռա, սե, վեվ, տյուն, րե, ցո, ու (sic!), փյուր, քե; և (sic!), օ, ֆե

 

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Lizenz

 

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Armenische Literatur

Armenische Literatur ist christlich-orientalische Literatur, die – wie ihre Sprache – nie ausstarb, und somit ein nationales wie historisches Bindeglied von hoher Identifikationskraft bildete. Sie ist die geistliche wie weltliche Nationalliteratur des armenischen Volkes. Ihre Anfänge reichen in das Jahr 405 n. Chr. zurück, das mit der Erfindung des armenischen Alphabets verbunden wird. Traditionelle armenische Literatur ist nationale Literatur, entstanden aus der Heimatverbundenheit der Armenier, die Dichtungen zum Ruhm ihres Landes in der Geschichte und in den Chroniken schufen. Ferner bilden Übersetzungen einen wichtigen Teil der klassischen armenischen Literatur.